Granada

25. Januar 2012

Es ist Mittwochnachmittag, wir sitzen in der Loggia des ehemaligen spanischen Konsulats in Granada, Nicaragua. Heute ein Hostel, in dem wir seit heute Morgen 6 Uhr einquartiert sind. Wir sind unausgeschlafen, weil wir eine 14-stündige Schifffahrt hinter uns haben und die Schlafversuche auf der Isomatte nicht wirklich erfolgreich waren. Es geht uns aber bestens, denn nicht nur die Überfahrt (mit allem hier üblichen Papierkram) verlief problemlos, sondern auch Hotelsuche und Einchecken in der Morgendämmerung.

Vorzugsplatz für die Räder.
Vorzugsplatz für die Räder.

Vor solchen Überfahrten ist man immer ein bisschen nervös: Wie werden die mit den Velos umgehen? Wo können wir unser Gepäck verstauen? Wie viel Platz werden wir auf dem Schiff haben…? Alle Gepäckstücke von den Velos nehmen zu müssen, schien uns zuerst eine Schikane, stellte sich aber als besonders kundenfreundlich heraus. Wir mussten nur das Gewicht der nackten Räder speziell bezahlen. Ein verblüffendes Detail: An Gerolds Velo nahmen wir sicherheitshalber den Anschluss des Velocomputers vom Lenker (damit das Kabel keinen Schaden nimmt, wie damals in Hamedan!). Als wir die auf unserem Deck festgezurrten Räder kontrollierten, stellten wir fest, dass das Teil wieder montiert worden war.

Ometepe in der Abenddämmerung.
Ometepe in der Abenddämmerung.

Die Fahrt dauerte und dauerte. Aber wir konnten intensive und interessante Gespräche mit anderen Reisenden führen, uns  zum Beispiel mit einer sehr erfahrenen Weltenbummlerin austauschen. Leider wurde es halt schon um 6 Uhr dunkel! Bei den drei Stopps wurden grosse Mengen an Gemüse verladen. Als das Schiff erstmals anlegt, betraten Frauen und Kinder das Schiff, um leckere Empanadas, Snacks und Kaffee zu verkaufen. Der Kaffee schmeckte exakt wie Obwaldner „Cheli“! Bei der Insel Ometepe stiegen die meisten Passagiere aus, auch unsere Gesprächspartner. Hatten wir ursprüngliche eigentlich auch vor, inzwischen haben wir uns aber entschlossen, direkt nach Granada zu fahren, um später dann von Westen her mit der Stundenfähre zur Insel überzusetzen. (Ometepe wollen auch wir unbedingt sehen.)

Nach zwei Stunden Schlaf begeben wir uns auf eine erste Erkundungstour durchs Zentrum Granadas. Der Rezeptionist gibt uns einen Tipp fürs Frühstück: Museo & Café Choco. Erweist sich als das Highlight heute. Das schöne Gebäude mit Museum und All-You-Can-Eat-Buffet übertrifft alle Erwartungen! Unter anderem tun wir uns gütlich an Crèpes, gefüllt mit hausgemachter Schokoladensauce, Ananas und Bananen. (Museum, Café und Hotel sind Teil einer Kooperative. Der Kakao wird selbst angebaut. In einem zweistündigen Workshop kann man sogar seine eigene Schokolade herstellen!)

Uns läuft das Wasser im Mund zusammen!
Uns läuft das Wasser im Mund zusammen!

Granada und Léon gelten als die schönsten Städte Nicaraguas. Auch darum, weil sie keine Erdbebenschäden erlitten wie das nahe Managua und somit die Kolonialgebäude inklusive Kathedrale erhalten blieben. Es ist zwar auch hier sehr heiss, aber die Stadt ist wirklich schön. Es gibt so viel zu sehen; wir werden gut planen müssen.

PS. Gruss an M & R in M. Wir haben die gute Nachricht vernommen. Wir freuen uns mit euch! Gut, dass ihr das gleich gefeiert habt.

Einen Gruss auch ins Binntal. Dass die Strasse schon wieder gesperrt war und Peter die Milch wieder selber verkäsen musste, war eine wirkliche Kontrastinfo. Wir müssen wohl gelegentlich ein Imfeld-Bild vom 1. Januar heraufladen.